Inzucht & Inzuchtkoeffizient

Wie stark ein Tier ingezüchtet ist, kann mit dem Inzuchtkoeffizienten ausgedrückt werden. Dabei gibt der Inzuchtkoeffizient die Wahrscheinlichkeit an, dass ein Genpaar an einem bestimmten Genort herkunftsgleich / abstammungsidentisch ist.

Erklärung an einem Beispiel: Ein Pferd besitzt in jeder Körperzelle 64 Chromosomen bzw. 32 Chromosomenpaare. Jeweils 32 Chromosomen kommen über die Samenzelle des Vaters und 32 Chromosomen über die Eizelle der Mutter. Diese sogenannten homologen Chromosomen sind jeweils für die gleichen Eigenschaften "zuständig" - haben aber unterschiedliche Ausprägungen. War beispielsweise der Vater Rappe und die Mutter Fuchs, geben sie am gleichen Genort die jeweils unterschiedlichen Informationen weiter. In der Körperzelle liegen beide Informationen vor. Jene vom Vater und jene der Mutter. Damit ist der Chromosomensatz wieder vollständig in der Körperzelle vorhanden. Für die Produktion von Samen/Eizelle wird in der sogenannten Meiose oder Reduktionsteilung der Chromosomensatz wieder halbiert.

 

Der Inuchtkoeffizient gibt die Wahrscheinlichkeit an, mit der Gene die gleiche Herkunft haben.

Zu unserem Beispiel: Die Chance, dass die Vatermutter (VM) g1 (rot) weitergibt oder G1 (orange) steht 50:50. Die Wahrscheinlichkeit ist also 50% für eines der beiden Gene. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit, dass der gemeinsame Ahne (GA) g1 (rot) oder G1 (gelb) an seinen Sohn (Vater unseres Tieres) weitergibt 50%. Dass das Gen g1 an seine Tochter (Mutter unseres Tieres) geht ist ebenfalls 50%. Dass das Gen g1 sowohl an den Sohn als auch an die Tochter geht ist folglich 25% Dass die Elterntiere genau dieses Gen weitergeben an ihren Nachkommen ist damit 12,5% (Siehe Wahrscheinlichkeitsrechnung). Der Inzuchtkoeffizient unseres Tieres und damit die Wahrscheinlichkeit, dass es herkunftsgleiche Gene besitzt ist damit 12,5%.

 

Weitere Werte: Vollgeschwisterpaarung: 25%, Vater-Tochter-Paarung: 25%, Halbgeschwisterpaarung: 12,5% etc. Nun sind Stammbäume jedoch in der Regel komplexer aufgebaut. Wie kommt es also zu Werten, die größer als 25% sind? Da der Inzuchtgrad der für den Inzuchtkoeffizienten verantwortlichen Tiere auch berücksichtigt wird!

 

Dazu erst einmal die Formel zur Berechnung des Inzuchtkoeffizienten nach Wright:
Inzuchtkoeffizient nach Wright

 

1 = Anzahl der Generationen vom Vater zum gemeinsamen Ahnen
n2 = Anzahl der Generationen von der Mutter zum gemeinsamen Ahnen
FAi = Inzuchtkoeffizient des gemeinsamen Ahnen